Eylien-Stadt

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STADT AUS GLAS

Paul Auster

Regie: Iris Matzen

Bühne: Eylien König

Deutsches Schauspielhaus Hamburg Malersaal 2009

 

„Stadt aus Glas“ ist die Geschichte eines Mannes, welcher sich für einen Anderen ausgibt, schon ein

Anderer ist und durch dieses Spiel schon vor langer Zeit aufgehört hat sich selbst für wirklich zu halten.

„Mit einer falschen Nummer fing es an, mitten in der Nacht läutete das Telefon dreimal, und die Stimme am anderen

Ende fragte nach Jemandem, der er nicht war. Viel später, als er in der Lage war, darüber nachzudenken,was mit ihm geschah,

sollte er zu dem Schluss kommen,nichts ist wirklich außer dem Zufall.

Aber das war viel später. Am Anfang waren einfach nur das Ereignis und seine Folgen.“ (Stadt aus Glas, S. 5)

Obgleich der Roman „Stadt aus Glas“ die Geschichte dieses Mannes stringent erzählt, ohne auszulassen oder aufeinander folgende Geschehnisse zu verdrehen, scheitern die Figuren des Romans (Detektiv, Schriftsteller, Sprachwissenschaftler) sowie der Leser gleichermaßen in ihrem Bemühen sinnvolle Zusammenhänge herzustellen.

So beobachtet auch der Zuschauer den Protagonisten ununterbrochen, genauso wie die Papierrollen nur ab oder auf gerollt werden können, ohne das eine „Seite“ in der Abfolge der Geschehnisse übersprungen werden kann. Trotz all dem scheitert der Zuschauer in seinem Bemühen dieses facettenreiche Spiel mit übereinstimmenden Initialen und verschachtelten Identitäten zu verstehen. So sind auch die Papierrollen am Ende des Stückes aufgebraucht, und der entstandene Papierberg wirkt chaotisch und undurchschaubar.

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