Eylien-EG

EG

 

 

egfenster

 

EG 1

Raum/Modellinstallation

Jahresausstellung HFBK 2011

Fenstermodelle:

1 :20, 1 :33, 1 :50, 1 :1 00

Für die Installation EG 1 habe ich den Ausstellungsraum mit einer Wandkonstruktion in der Mitte geteilt,

um eine Situation zu schaffen, in welcher der Rezipient durch ein Fenster eine nächtliche modellgebaute Stadtlandschaft betrachten kann. In der Kulisse waren nur die beleuchteten Fenster zu erkennen. Durch den entstandenen schwarzen Umraum ihrer realen Logik enthoben, ergab sich die Möglichkeit, durch Verwendung unterschiedlicher Maßstäbe die Illusion einer endlos in die Höhe wachsenden Stadt zu schaffen. Der Blick durch das vorgesetzte Fenster als ein vertrauter Vorgang einerseits, die Größe der künstlich nachgebauten Realität andererseits, lassen das Verhältnis von Mensch zu Modell umkehren. Das Fenster fungiert als Begrenzung des Bildausschnittes, als Rahmen, um das Modell außerhalb seiner eigenen Realität mit der Wirklichkeit des Ausstellungsraumes zu verbinden.

Die Trennschärfe von Realität und Illusion scheint in diesem Wechselspielspiel von Konstruktion und Rekonstruktion zu verschwimmen.

„Wo Mauer war soll Fenster werden. Im Wechselspiel zwischen Innen- und Außenperspektive

fungieren die Fenster als Medien, die geöffnet oder geschlossen, an oder ausgeschaltet werden können. Sobald sie angeschaut werden, schauen sie zurück, und der Blick aus dem Fenster trifft erneut auf Fenster. Sie wirken oft gerade dann wie symbolische Augen, wenn kein Blick sie durchquert und niemand aus dem Fenster sieht. Kein anderer Blick steht dem meinen mehr gegenüber als der einer rechteckigen, hellen Leere am Horizont, ein Blickpunkt, der nicht der einer Person ist, sondern der einer unpersönlichen Anordnung, die den Betrachter selbst zum Repräsentant macht.“

[Zitiert aus: Matt, Gerald: Western Motel, Wien 2008, S 1 5f.]

Die eigenartige Leere verwandelt die Szenerien in Bühnenräume unserer Assoziationen und Erinnerungen.

Nichts passiert, doch alles scheint möglich.