Eylien-Schatz

schatzzus

 

Schatz mach du ich kann grad nicht

Modell-Installation
1 :1 0
Jahresausstellung der
HFBK 201 2

 

Schatzi

 

 

„Doch sind die Fenster im Hof keine Kinoleinwände mehr; sie wirken schon wie Bildschirme,
auf denen zur selben Zeit verschiedenen Musikprogramme, Unterhaltungssendungen und
Talentshows laufen. Hitchcock ahnte den bevorstehenden Siegeszug der Television.“
Gerald Matt beschreibt in Fenster als Medien
[Western Motel, Wien 2008, S 1 7.] A. Hitchcock „RearWindow“ 1 954.]

 

Hinter den Fenstern des Modellwohnhauses scheinen alle Wohnparteien den selben
Fernsehsender zu schauen: 20:00 Uhr Tagesschau, Tatort, oder Reality-Show, Bauer sucht
Frau, oder Deutschland den Superstar.
Der Einblick in die Szenerie ist begrenzt durch Alurahmen, welche sonst im öffentlichen Bereich
fürWerbung verwendet werden. Der Raum wie auch das Modell sind mit Natrium-Dampf-Licht
ausgeleuchtet; Kontraste werden schärfer doch dafür verschwindet die Farbigkeit, innerhalb
des gelben Lichts existiert nur mehr Schwarz, Weiß und Grau. Licht, Plakatrahmen und Fließen
sind Elemente unserer urbanen ‚Einrichtung‘ und sollen in dieser Installation für die Banalität
des Alltags stehen. Der Blick in die Fenster des Modells, in die private Welt hingegen ist durch
Gardinen versperrt, zu sehen ist nur das rhythmische Flackern der Fernsehgeräte.
Urbaner Alltag als negativ Utopie, oder Realität ?

 

„Bezeichnend ist, das der Begriff des Alltags erst im Laufe des 1 9 Jh. und im Zusammenhang
mit der industriellen und kapitalistischen Aufspaltung in Produktions- und Lebenswelt, Arbeitsund
Freizeit seine Verbreitung findet und zur „Alltags“-Erfahrung par excellence wird.“

[ Jahle, Peter: Altäglich / Alltag, aus: Ästhetische Grundbegritte Band 1 ]