Daniel Wollenzin

wollenzin_daniel
wollenzin_daniel_1

 

Daniel Wollenzin, »Fidelio«, 2011

 

Modellentwurf für das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, Maßstab 1:33 1/3
Material: Kiefernleisten, Pappelsperrholz, Aluminium eloxiert, Depafit, Sprühlack, Acrylfarbe, LED-Leiste

 

Bis heute gilt »Fidelio« – die einzige Oper Ludwig van Beethovens – als nahezu uninszenierbar. Zunächst als heiteres Singspiel beginnend, wandelt sich das Werk bald zum mächtigen Opernwerk. Das Libretto behandelt dabei nichts Geringeres als die großen Themen Freiheit, Überwachung, bedingungslose Liebe und moralische Verpflichtung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft. Durchweg ernst und von hohem Anspruch wirkt die Oper zum Ende hin fast wie die Karikatur ihrer selbst, wenn es dem Komponisten nicht so ernst gewesen wäre…Wie also umgehen mit diesem großen Stoff? Der Entwurf ist sowohl Gefängnis, als auch Begegnungsort und Wirkungsstätte der Figuren, eine unendlich wirkende Anordnung von Gitterstäben, die sich stetig verändert. Es bilden sich immer wieder neue Räume. Das Gefängnis füllt die Bühne komplett aus und wächst imaginär weit über die Grenzen des Bühnenraums hinaus. Durch die undurchdringliche Struktur wird der Raum zum Überwachungsraum, bei dem man nicht weiß, was sich auf der nächsten Ebene verbirgt. Die Grenzen zwischen Gefangenem und Wärter, zwischen Überwachtem und Überwachendem werden infrage gestellt. Auch wenn der Raum sich zum Ende für alle öffnet und die Gefangenen so befreit werden, wird der ursprüngliche Raum nie verlassen, nie durchbrochen. Der Utopie der absoluten Freiheit wird nur oberflächlich stattgegeben, dem Umbruch keine nachhaltige Verbesserung der Umstände unterstellt.
Bis heute gilt »Fidelio« – die einzige Oper Ludwig van Beethovens – als nahezu uninszenierbar. Zunächst als heiteres Singspiel beginnend, wandelt sich das Werk bald zum mächtigen Opernwerk. Das Libretto behandelt dabei nichts Geringeres als die großen Themen Freiheit, Überwachung, bedingungslose Liebe und moralische Verpflichtung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft. Durchweg ernst und von hohem Anspruch wirkt die Oper zum Ende hin fast wie die Karikatur ihrer selbst, wenn es dem Komponisten nicht so ernst gewesen wäre…Wie also umgehen mit diesem großen Stoff? Der Entwurf ist sowohl Gefängnis, als auch Begegnungsort und Wirkungsstätte der Figuren, eine unendlich wirkende Anordnung von Gitterstäben, die sich stetig verändert. Es bilden sich immer wieder neue Räume. Das Gefängnis füllt die Bühne komplett aus und wächst imaginär weit über die Grenzen des Bühnenraums hinaus. Durch die undurchdringliche Struktur wird der Raum zum Überwachungsraum, bei dem man nicht weiß, was sich auf der nächsten Ebene verbirgt. Die Grenzen zwischen Gefangenem und Wärter, zwischen Überwachtem und Überwachendem werden infrage gestellt. Auch wenn der Raum sich zum Ende für alle öffnet und die Gefangenen so befreit werden, wird der ursprüngliche Raum nie verlassen, nie durchbrochen. Der Utopie der absoluten Freiheit wird nur oberflächlich stattgegeben, dem Umbruch keine nachhaltige Verbesserung der Umstände unterstellt.

You must be logged in to post a comment.

There aren't any comments at the moment, be the first to start the discussion!