M_Jüngster Tag

Der Jüngste Tag
von Ödon von Horvarth

Studienprojekt III der Theaterakademie Hamburg
Im Malersaal Deutsches Schauspielhaus
Mai 2015

«Wenn die Nacht kommt, dann hab ich die Sterne vergessen.»

Ein kleines Dorf in Süddeutschland. Eine junge Frau bringt ihren Verlobten zum Zug. Allein zurückgeblieben trifft sie auf den Bahnhofsvorsteher Thomas Hudetz. Der lässt sich von der hübschen Anna in eine Plauderei verwickeln und wird von ihr geküsst – gerade in dem Augenblick, da er ein Signal hätte betätigen sollen. Der vorbeirasende Eilzug verunglückt daraufhin. Anna schwört unter Eid, dass der Bahnhofsvorsteher das Signal rechtzeitig betätigt habe. Als sie Thomas Hudetz gesteht, dass sie mit der Schuld nicht leben kann, nimmt das Schicksal seinen unerbittlichen Lauf.

Die Fragen, auf welche Weise das Individuum am Mitmenschen schuldig werden kann und ob Sühne möglich ist, verleiht dem Text von Ödön von Horváth (1901-1938) eine beklemmende Aktualität.

Drei große mit Holz ausgekleidete Metallringe bestimmen den Bühnenraum und werden zur vorrangigen Spielfläche. Der Unfall bringt die Bewohner des Dorfes in Bewegung.Die Protagonisten kreisen um sich selbst und quälen sich mit der Schuldfrage. Jeder kleine Schritt, jegliche Aussage wird plötzlich genauestens beobachtet und kann Konsequenzen haben. Die Ringe sind zunächst fixiert, werden dann gelöst und rollen durch den Bühnenraum. Ein Bild für eine plötzliche Instabilität und die gleichzeitige Ausweglosigkeit, den Teufelskreis der quälenden Gedanken, des Selbstzweifels und der Schuld verlassen zu können.

Bühne: Marlene Lockemann
Regie: Abdullah Kenan Karaca

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Fotos:Nino Herrlich